Perfekt – deutsche Zeitform für die vollendete Gegenwart

Das Perfekt – Wann wird es verwendet?

Das Perfekt gehört zu den Zeitformen der Vergangenheit. Es setzt sich zusammen aus den Hilfsverben haben bzw. sein im Präsens und dem Partizip II.

Beispiel:
Präsens: Ich fahre mit dem Rad zur Arbeit.
Perfekt: Ich bin mit dem Rad zur Arbeit gefahren.

Bei einfachen Sätzen steht das Hilfsverb am Anfang des Satzes und das Partizip II am Ende des Satzes.

Verwendung des Perfekts

Die Zeitform Perfekt wird immer dann verwendet, wenn eine Handlung in der Vergangenheit bereits abgeschlossen ist und das Ergebnis oder die Konsequenz aus der Handlung betont werden soll.

Beispiel:
Gestern ist sie mit dem Fahrrad zur Arbeit gefahren.

Betont wird durch das Perfekt hier, dass sie das Fahrrad genommen hat und nicht ein anderes Verkehrsmittel und dass der Fahrt zur Arbeit diese Handlung abgeschlossen wurde.

Weitere Beispiele für abgeschlossene Handlungen im Perfekt sind:

Vor zwei Tagen hat Alina ihr Studium abgeschlossen.
Heute Morgen hat es noch stark geregnet.
Letzte Weihnachten haben mir meine Eltern ein gutes Buch geschenkt.
Im letzten Urlaub haben wir Pauls Familie kennengelernt.

Außerdem benutzt man das Perfekt dann, wenn im Satz eine Zeitangabe enthalten ist, die markiert, wann eine Handlung in der Zukunft abgeschlossen sein wird.

Beispiel:
Bis nächstes Jahr hat er sein Studium abgeschlossen.

Achtung: Fehlt die Zeitangabe, muss das Futur II verwendet werden!

Beispiel:
Er wird sein Studium abgeschlossen haben.

Weitere Beispiele für Handlungen, die in der Zukunft abgeschlossen sein werden, sind:
Bis zum Ende dieser Woche hat er seine Büroarbeit fertiggemacht.
Morgen um 14 Uhr hat sie ihre Prüfung geschafft.
Bis am Abend haben sie sicher ein Geschenk für ihn gefunden.

Haben oder sein?

Das Hilfsverb sein verwenden wir, wenn das Verb eine Bewegung oder eine Zustandsveränderung ausdrückt.
Beispiele hierfür sind fahren, laufen, rennen (Bewegung) oder einschlafen (zuvor war er wach), sterben (zuvor war sie lebendig) etc.

Diese Wörter werden im Perfekt mit dem Hilfsverb sein gebildet, obwohl sie keine Zustandsveränderung oder Bewegung darstellen: bleiben, gelingen, geschehen, werden, sein, misslingen.

Das Hilfsverb haben benutzen wird bei Verben mit einem Akkusativobjekt, bei Verben, die keine Zustandsveränderung oder Bewegung beschreiben und bei reflexiven Verben.

Beispiele hierfür sind:
Max hat sie geküsst. (Das Verb küssen steht hier mit Akkusativobjekt. Max hat etwas geküsst. Nach etwas kannst du mit „wen“ oder „was“ fragen).
Sie hat ausgeschlafen. („ausschlafen“ ist keine Bewegung oder Zustandsveränderung).
Ihr Aussehen hat sich verändert. (reflexives Verb, hier musst du das Hilfsverb haben im Perfekt verwenden).

Weitere Beispiele:
Simone hat ihr Fahrrad repariert.
Ihr habt auf der Wiese gelegen.
Wir haben uns auf die Reise vorbereitet.

Tipp

Im Deutschen wird das Perfekt in der Umgangssprache verwendet. Unterhältst du dich auf Deutsch mit einem Freund über das letzte Wochenende, verwendest du ebenfalls das Perfekt.

Übung

Du kannst dir selbst Übungen überlegen und dir verschiedene Verben ausdenken. Probier es doch mal mit diesen Sätzen aus und bilde das Perfekt:
Ich räume das Zimmer auf.
Er stolpert.
Die Prüfung gelingt mir.

Lösungen
Ich habe das Zimmer aufgeräumt.
Er ist gestolpert.
Die Prüfung ist mir gelungen.

Wenn du die Zeitformen richtig gebildet hast, schau dir doch mal unseren Deutschkurs an. Denn manchmal ist die Abgrenzung zwischen sein und haben gar nicht so leicht. Ein Beispiel ist das Verb spielen im Perfekt. Handelt es sich dabei um eine Bewegung oder nicht? Möglicherweise verbindest du mit „spielen“ durchaus eine Bewegung. Verwendet wird es im Perfekt allerdings mit dem Hilfsverb haben. Um solche Feinheiten der Zeitformen zu erkennen, helfen wir dir gerne in unseren Kursen weiter. Mit ein bisschen Übung bist du beim Deutsch lernen und den Zeitformen dann ganz vorne mit dabei!

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