Deutsche Adjektiven aus Nomen und Verben

Die deutsche Grammatik beschreibt das Adjektiv als Wortart, die die Beschaffenheit einer Person, eines Dinges bzw. einer Sache, eines Vorganges bzw. Zustandes beschreibt. Das Wort stammt aus dem Lateinischen und ist im Deutschunterricht eher als „Eigenschaftswort“ oder „Beiwort“ bekannt. Nicht ohne Grund, denn ein Eigenchaftswort beschreibt ja auch eine Eigenschaft näher. Manchmal wird es auch – nach der typischen Frage „Wie ist etwas?“– „Wiewort“ genannt. Sie werden grundsätzlich kleingeschrieben, außer sie stehen am Satzanfang oder werden nominalisiert. In diesem Blog erklären wir die Bildung von Adjektiven aus Verben und Nomen.

Beispiele:
Das Gras ist grün.  Frage: WIE ist das Gras? Antwort: grün.
Das Mädchen wirkt freundlich. Frage: WIE wirkt das Mädchen? Antwort: freundlich.
Traurig blätterte er durch das alte Fotoalbum. Frage: WIE blätterte er durch das alte Fotoalbum? Antwort: traurig.

Deutschkurse A1, A2, B1, B2, C1, C2 in Wien mit Förderung

Adjektive aus Nomen

Nomen können durch Zufügung eines Suffixes (Nachsilbe) ganz einfach in ein Eigenschaftswort umgewandelt werden. Sobald eine der folgenden Endung vorhanden ist, ist das ein deutliches Zeichen dafür, dass es sich bei dem Wort um ein Eigenschaftswort handelt.

-ig: Ekel -> ekelig
-lich: Haus -> häuslich
-los: Arbeit -> arbeitslos
-isch: Herr -> herrisch
-bar: Haftung -> haftbar
-haft: Sprung -> sprunghaft
-sam: Schweigen -> schweigsam

Beispiele:
Farbe -> farblos: – Sollen wir die beige Tapete für die neue Wand nehmen? – Na ja, ich finde beige farblos. Nehmen wir doch lieber eine fröhliche Tapete mit mehr Farbe.

Glaube -> Glaubhaft. – Ich habe heute einen rosanen Elefanten gesehen. – Ah geh, erzähl es mir doch glaubhaft! – Ja, gern, er war ja auch rosa angemalt!
Maß -> maßlos: Hans kann nicht aufhören zu trinken. Das ist wirklich maßlos.

Adjektive aus Adjektiven

Durch die Zufügung von Präfixen (Vorsilben) entsteht ein neues Eigenschaftswort, das die Bedeutung des Wortes ins Gegenteil kehrt.

In-: diskret -> indiskret
Des-: interessiert -> desinteressiert
Un-: durchsichtig -> undurchsichtig
Anti-: alkoholisch -> antialkoholisch
kontra-: produktiv -> kontraproduktiv

Beispiele:
möglich -> unmöglich: Man kann mit einem Flugzeug nicht ins All fliegen, das ist unmöglich.
autoritär -> antiautoritär: Sie erzieht ihr Kind ohne jeglieche Regeln, es darf alles machen und kennt keine Verbote – ihre Erziehung ist antiautoritär.

Adjektive aus Verben

Ein Verb kann als Adjektiv fungieren, wenn man die Endung -bar zufügt.

essen -> essbar
machen -> machbar
messen -> messbar

Beispiele:
Stoff ist zwar für Motten, aber für Menschen nicht essbar.
Mit einer Leiter ist der Himmel vom Erdboden aus unerreichbar.
Fährt man in eine Einbahn hinein, so macht man sich strafbar.

Mischform:  Adjektiv mit Adjektiv oder Adjektiv mit Nomen
Es gibt Adjektive, die aus zwei verschiedenen Adjektiven oder einem Nomen und einem Adjektiv zusammengesetzt werden.

Beispiele: Dunkelgrün,  mausgrau, riesengroß, wasserblau, hochgradig, …

Weitere Bespiele:
Oh, das schöne neue Kleid voller Sommerblumen, ist es farbfroh!
Ich mag den wolkenlosen Himmel, wenn er so richtig hellblau ist…

Verwendung von Adjektiven

Ja nach Bedeutung kann das Adjektiv an verschiedenen Satzstellen stehen. Es kommt darauf an, welches Wort beschrieben werden soll. Steht das Adjektiv vor dem Nomen, so muss es dekliniert werden, also dem Kasus des Nomens angepasst werden. Ein Adjektiv kann statt einem Nomen eingefügt werden, wenn man es nominalisiert.

Prädikativ: Das Mädchen ist schnell.
(Adjektiv als Ergänzung zum Prädikat)

Adverbial: Das Mädchen läuft schnell.
(Verb wird näher beschrieben)

Attributiv: Das schnelle Mädchen.
(Adjektiv vor das Nomen gestellt)

Substantiviert: Das Schnelle wird gewinnen.
(Adjektiv als selbstständiges Nomen)

Adjektive deklinieren

Ein attributives Adjektiv (steht vor dem Nomen) muss den Kasus des Nomens annehmen. Würde nun das Nomen als Genitiv im Satz stehen, so muss das Adjektiv ebenso in den Genitiv dekliniert werden.

Nominativ: der große Mann
Genitiv: des großen Mannes
Dativ: dem großen Mann
Akkusativ: den großen Mann

Beispiele:
Die schlanke Frau macht viel Gymnastik.
Das ist der Knopf des roten Blazers. Du musst schauen, wo du es verloren hast.
Elisa geht mit ihren neuen Schuhen zum Ball.
Habt ihr diesen guten Käse auch schon probiert?
Ich suche das große Lexikon, das im Regal war.
Zeig deinem französischen Freund doch mal Wien!

Adjektive steigern und vergleichen

Die meisten Adjektive kann man in zwei Stufen steigern. Zunächst stehen sie in der Grundstufe, auch bekannt als der Positiv, z. B.: schön, hell, durstig, etc.

Möchte man zwei Dinge bzw. Personen in ihren Eigenschaften auf gleicher Ebene vergleichen, verwendet man genauso wie:

Er ist so schön wie du. (Positiv mit WIE)

Weitere Beispiele:
Eine 2 cm große Silbermünze ist genauso groß wie eine 2 cm große Goldmünze.
Martha und Pauline essen jeweils zwei Eis. Marta isst genauso viel Eis wie Pauline.
Die erste Steigerungsstufe heißt „Komparativ“. So entstehen: schöner, heller, durstiger, etc.
Möchte man zwei Dinge bzw. Personen in ihren Eigenschaften vergleichen, verwendet man das Wort als

Er ist schöner als du. (Komparativ mit ALS)

Weitere Beispiele:
Kanada ist größer als Frankreich.
Ein Känguruh kann weiter springen als eine Maus.
Die höchste Steigerungsstufe wird „Superlativ“ genannt. Merkmal des Superlativs ist das Wörtchen am vor dem Adjektiv, wie z. B.: am schönsten, am hellsten, am durstigsten, etc.

Beispiel:
Ein Chihuaha ist ein wirklich kleines Tier. Aber ein Floh ist kleiner. Und eine Mikrobe erst, ist am Kleinsten, die sehen wir nur unter dem Mikroskop.

Fazit
Wie man wann, wo, welches Adjektiv bildet, hängt vor allem von der Bedeutung und der Sinnhaftigkeit des Satzes ab. Die Wahl des Prä- und Suffixes hängt davon ab, was man mit dem Adjektiv ausdrücken möchte. So kann ein falsches Präfix das ganze Wort ins Gegenteil verwandeln und der Satz verliert seine Aussagekraft.

Übung

Setzen Sie das Adjektiv in der richtigen Form ein:

  1. Es macht viel Mühe, ein dreistöckiges Haus zu putzen – es ist wirklich _________________ !
  2. Mich erstaunt es nicht wirklich, dass es im Dezember in Österreich schneit; ich glaube, das findet niemand weiter _________________ .
  3. Wo hast du denn die __________________ (gelb) Blumen her?
  4. Ein Affe kann sich eindeutig _________________ (schnell, Komparativ) bewegen _________________ als eine Schnecke, aber ein LKW ist _________________ (schnell, Superlativ).

Lösungen: 1) mühsam; 2) erstaunlich; 3) gelben; 4) schneller, am schnellsten.

Regelmäßiges Üben ist also unumgänglich, um Deutsch zu lernen. Empfehlenswert ist ein Deutschkurs, in welchem Grammatik und Rechtschreibung in verschiedenen Übungen trainiert werden.

Weitere interessante Blogs und Kurse

Sprachschule Aktiv - Wien Deutsch und Fremsprachen lernen in Wien, Graz, Linz, Innsbruck, Salzburg, u.a. hat 4,85 von 5 Sternen 419 Bewertungen auf ProvenExpert.com