Partizip I und II – Bildung und Verwendung in der deutschen Sprache

Partizip I und II – Bildung und Verwendung in der deutschen Sprache

Im Deutschen wird zwischen dem Partizip I (Partizip der Gegenwart) und dem Partizip II (Partizip Perfekt) unterschieden. Ein Partizip wird aus dem Wortstamm eines Verbes gebildet. Verwendet wird es ähnlich wie ein Adjektiv oder bei der Bildung des Perfekts, Plusquamperfekts, Futur II oder des Passives.

Partizip I

Zur Bildung des Partizip I wird an den Wortstamm des Verbes ein – d angehängt.

Beispiel:
spielen – spielend
gehen – gehend

Beachte: Damit die Verben “tun” und “sein” im Partizip I besser ausgesprochen werden können, wird hier ein e vor dem – nd eingefügt

Beispiel:
Statt:
tund – tuend
seind – seiend

Das Partizip I wird dann verwendet, wenn du betonen möchtest, dass verschiedene Handlungen gleichzeitig stattfinden oder eine Handlung genau in diesem Moment geschieht. Außerdem kannst du es als Substantiv zur Beschreibung der Person, die eine Tätigkeit gerade ausübt, verwenden.

Beispiel:
Mit dem Bus in Richtung London fahrend, nähert sie sich ihrem Ziel. (Beide Handlungen, das Busfahren und das Nähern an das Ziel, finden gleichzeitig statt)
Die Trainierenden… (Personen, die trainieren)
Jubelnd verlässt er die Lotterie. (Genau in dem Moment, in dem er die Lotterie verlässt, jubelt der Mann)
Neben dem wackelnden Tisch steht eine Vase. (Verwendung als attributives Adjektiv)

Partizip II

Das Partizip II beginnt mit der Vorsilbe “ge-” und endet entweder auf “t” (bei schwachen/gemischten Verben) oder auf “en” (bei starken Verben).

Beispiel:
reden – geredet (schwaches/gemischtes Verb)
essen – gegessen (starkes Verb)

Achtung: Bei der Bildung des Partizip II gibt es mehrere Sonderregelungen.

Der Wortstamm mancher starken und gemischten Verben verändert sich im Partizip II.
Beispiel: gehen – gegangen

Bei schwachen/gemischten Verben, deren Stamm auf t/d endet, wird statt -t ein – et angehängt.
Beispiel:  warten – gewartet

Endet ein Verb auf – ieren, wird das Partizip II ohne ge- gebildet.
Beispiel:  lackieren – lackiert

Bei trennbaren Verben steht das ge- zwischen den trennbaren Wortteilen. Bei nicht trennbaren Verben entfällt das ge-.
Beispiel: anstehen – angestanden

Das Partizip II wird zur Bildung des Perfekts, Plusquamperfekts, Futur II oder Passives verwendet. Außerdem kann es ebenfalls wie ein Adjektiv oder Nomen benutzt werden.

Beispiel:
Sie wurde von ihrem Chef angerufen. (Verwendung als Passiv)
Lange haben sie nicht mehr so viel geredet. (Perfekt)
Vom Freund versetzt, verlässt sie wütend das Restaurant. (Die Handlung lag zeitlich vor der Handlung des Hauptsatzes/ Verwendung für eine Handlung im Passiv)
Das Auto steht geputzt in der Garage. (Adverb/Adjektiv für eine Handlung, die bereits passiert ist)

Die Gefesselten – die Personen, die zuvor gefesselt wurden (als Nomen, das eine Person beschreibt, die das im Partizipenthaltene Verb erfahren hat)

Deutsch lernen kann manchmal ganz schön schwierig sein. Lass dich davon nicht entmutigen! Am besten machst du einfach ein paar Übungen, indem du dir zu den verschiedenen Funktionen des Partizip I und II Sätze ausdenkst. Damit die Anwendung der Partizipien zur kinderleichten Routine wird, kannst du bei uns zusätzlich noch einen Deutschkurs belegen und so einfach dein Deutsch verbessern.

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