Deutsche Grammatik – alles über das Präteritum / Imperfekt

Deutsche Grammatik – alles über das Präteritum/Imperfekt

Du möchtest wissen, wie man im Deutschen das Imperfekt, beziehungsweise das Präteritum verwendet? Hier erklären wir dir alles zu diesen Zeitformen!

Die Bezeichnungen „Präteritum“ und „Imperfekt“ weisen beide auf dieselbe Vergangenheitsform hin. Wir benutzen in diesem Artikel aber durchgehend den Begriff „Präteritum“. Um die Vergangenheit auszudrücken, besitzt die deutsche Sprache mehrere Zeitformen. Das Präteritum wird heute hauptsächlich in der Schriftsprache verwendet, im Mündlichen benutzt man es kaum, bis auf einige Ausnahmen. Bei der Bildung dieser Vergangenheitsform musst du auf regelmäßige und unregelmäßige Formen achten. Aber keine Panik, wie immer helfen wir dir beim Deutschlernen. Los geht’s!

Die Verwendung vom Präteritum

a) Man benutzt das Präteritum, um einen Sachverhalt zu beschreiben, der in der Vergangenheit geschehen ist, und der keinen direkten Bezug mehr zur Gegenwart hat. Gleichzeitig erlaubt dieses Tempus aber auch, sich in eine vergangene Zeit hineinzuversetzen, weshalb es sehr oft in schriftlichen Erzählungen und Berichten verwendet wird, wie zum Beispiel in Romanen oder Zeitungsartikeln.

Beispiele:

Als ich klein war, gab es bei Großmutter jeden Sonntag leckeren Zitronenkuchen.
Der defekte LKW fuhr ungebremst gegen die Autobahnplanke und verursachte einen Verkehrsunfall. Die Verletzten kamen ins Spital.

b) Mündlich benutzt man das Präteritum kaum noch. Hier wird meist das Perfekt vorgezogen. Allerdings gibt es einige Verben, die man auch mündlich noch im Präteritum verwendet, um mehrteilige Prädikate zu vermeiden: Das Präteritum von sein, haben und allen Modalverben tritt somit relativ häufig auf.

Beispiele:

Gestern waren wir gemeinsam im Kino. Es war ein toller Abend!
Die Kinder hatten Glück: sie wollten schwimmen gehen und das Wetter war schön.
Ich konnte letzte Woche leider nicht zum Unterricht kommen, denn ich war krank.
In unserer Schulzeit mussten wir nicht so viel lernen wie die Kinder heute.
Paula durfte letztes Wochenende ihre Freundinnen einladen.

Die Bildung vom Präteritum

Um das Präteritum zu bilden, musst du zunächst wissen, in welche Kategorie das Verb gehört, das du konjugieren möchtest. Im Deutschen gibt es sogenannte „schwache“ Verben, die man auch „regelmäßige“ Verben nennt, da sich ihr Stamm nie verändert, und die eine reguläre Endung zur Präteritumbildung benötigen. Dann gibt es die „starken“ Verben, die bei der Konjugation ihren Stammvokal ändern können und so keine spezielle Endung brauchen, und schließlich gibt es eine ganze Reihe von unregelmäßigen Verben, die bei der Konjugation sowohl ihren Stamm ändern als auch ein Suffix für die Zeitformen der Vergangenheit tragen.

Hier ein paar Beispiele :

a) schwaches Verb zeigen -> Präteritum: wir zeigten = zeig + t + en (Stamm unverändert + Präteritumendung -t + 1. Person Plural –en).
b) starkes Verb singen -> Präteritum: wir sangen = sang + en (veränderter Stammvokal, keine Präteritumendung + 1. Person Plural -en)
c) unregelmäßiges Verb nennen -> Präteritum: wir nannten = nann + t + en (veränderter Stammvokal + Präteritumendung -t  + 1. Person Plural -en)
d) unregelmäßiges Verb denken –> Präteritum: wir dachten = dach + t + en (Vokal- UND Konsonantenwechsel im Stamm + Präteritumendung -t  + 1. Person Plural -en )

Besonderheiten im Präteritum

Die Formen der 1. und 3. Person Singular sind im Präteritum immer identisch. Diese Zeitformen enden bei den schwachen und unregelmäßigen Verben auf -e , also ich zeigte  und er zeigte, ich dachte und er dachte. Die starken Verben haben in der 1. und 3. Person Singular keine Endung, also ich sang und er sang. Für alle anderen Personen gelten die selben Endungen wie im Präsens.

Präteritum-Übungen

Ergänze mit den richtigen Präteritumformen:

1) Er __________________ (schwaches Verb machen) alles richtig.
2) Ihr __________________ (unregelmäßiges Verb denken) an uns.
3) Ich ___________________ (starkes Verb finden –> Stammvokal i wird zu a) das Buch toll.

Lösungen:
a) machte; b) dachte; c) fand

Na, wisst ihr nun etwas mehr über die Zeitformen der Vergangenheit? Wenn ihr noch ausführlicher über das Präteritum  beziehungsweise das Imperfekt  unterrichtet werden möchtet, dann meldet euch doch gleich für einen Deutschkurs bei uns an.

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